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Transplantationszentrum, Uni-Klinikum

Schüler-Seminare klären über Organspende auf

„Entscheiden Sie sich, bevor es andere für Sie tun“, riet Dr. Katharina Pressmar am Mittwoch (18.07.12) etwa 60 Zehntklässlern des Schwabacher Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasiums im Hörsaal des Universitätsklinikums Erlangen. Gemeint war die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende und der Frage, was nach dem eigenen Tod mit Gewebe und Organen geschehen darf. Mit der Veranstaltungsreihe „Schulen in die Transplantationszentren“ trägt das Transplantationszentrum Erlangen-Nürnberg seit Anfang 2012 gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) diese lebenswichtige Entscheidung bewusst an junge Menschen heran.
Franziska Spies, Nadine Wacker und Leon Martin (v. l.) vom Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium Schwabach halten ihre neuen Organspendeausweise in den Händen. Foto: Uni-Klinikum Erlangen
Franziska Spies, Nadine Wacker und Leon Martin (v. l.) vom Wolfram-von-Eschenbach-Gymnasium Schwabach halten ihre neuen Organspendeausweise in den Händen. Foto: Uni-Klinikum Erlangen

Mit 14 Jahren dürfen Jugendliche im Organspendeausweis einer postmortalen Organentnahme widersprechen, mit 16 schließlich zustimmen beziehungsweise Einschränkungen vornehmen. „Wichtig ist auch, dass die Schüler das Thema in ihre Familien tragen“, sagte Dr. Pressmar, Leiterin der Transplantationszentrale im Uni-Klinikum Erlangen. Denn in 70 Prozent der Fälle entscheiden Angehörige lediglich auf Verdacht, ob eine Organentnahme im Sinne des Verstorbenen gewesen wäre – ohne, dass je darüber gesprochen wurde.

Die anwesenden Schüler hatten sich mit dem Thema Organspende bereits im Religions- und Biologieunterricht auseinandergesetzt. So auch Eva Heimers: „Mir ist das alles nicht neu. Ich erwarte mir aber vor allem noch ein bisschen mehr Aufklärung.“ Wie Lebendspenden und Organentnahmen nach dem Hirntod in Deutschland organisiert sind, was das Transplantationsgesetz vorschreibt und wie sich Organex- und -transplantation körperlich und psychisch für Spender und Empfänger auswirken, erfuhren die Gymnasiasten von Dr. Pressmar sowie Alexandra Greser, Ärztin und Koordinatorin bei der DSO, und Oberregierungsrat Dr. Jens Weyd vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit. Am Ende der Veranstaltung berichteten zudem zwei Patienten mit Spendernieren von ihren Erfahrungen – zwei Betroffene von etwa 8.000, die derzeit in Deutschland auf eine Niere warten. „Ich habe mir vorher nicht so viele Gedanken gemacht, aber was die beiden erzählt haben, hat mich sehr bewegt. Ich habe gerade meinen Organspendeausweis ausgefüllt“, sagte der 16-jährige Leon Martin im Anschluss.

„Unsere Veranstaltungen haben bei den Schulen überwältigenden Anklang gefunden“, resümierte Katharina Pressmar. Alle Termine für 2012 seien bereits ausgebucht. Insgesamt werden bis zum Jahresende noch rund 200 Jugendliche in Erlangen geschult. Eine Fortführung im nächsten Jahr ist geplant und Schulen können sich jetzt schon anmelden. Ergänzend bietet das Team um Dr. Pressmar ähnliche Veranstaltungen auch für Lehrer an. Das nächste Lehrer-Seminar findet am 17. September 2012 statt. Anmeldungen sind unter Tel.: 09131 85-39196 möglich.

Erst vor wenigen Tagen wurde das Universitätsklinikum Erlangen mit dem Bayerischen Organspenderpreis ausgezeichnet. Damit wird insbesondere die Arbeit der Transplantationsbeauftragten und Inhouse-Koordinatoren gewürdigt, die durch Workshops und interne Fortbildungen für das Thema Organspende nach dem eingetretenen Hirntod sensibilisieren und im Austausch mit den Familienangehörigen potentielle Spender auf den Intensivstationen identifizieren. Am Uni-Klinikum Erlangen wurden 2011 20 Organspenden nach Hirntod verzeichnet. Insgesamt transplantierten die Erlanger Mediziner 141 Organe (Nieren, Bauchspeicheldrüsen, Lebern und Herzen).

Weitere Informationen:
Dr. Katharina Pressmar
Telefon: 09131 85-39101
E-Mail: katharina.pressmaratuk-erlangen.de

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Deutsche Stiftung Organtransplantation

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit

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